14 August, 2005 12:33
Wie eine muskuläre Verspannung entsteht
Geschrieben von Lifelines in [Medizinische Sachen][26 Kommentare] | [0 Trackbacks]
Alle reden immer von: Ja ich bin so verspannt und ich weiß gar nicht woher das denn kommt.
Woher kommt denn eine Muskuläre Verspannung?? (Kontraktiler Hypertonus) Was sind die Ursachen??
Und warum meistens an den Schultern und am Hals??
Warum kriegt man dann davon Kopfweh??
Ich werde heute mal versuchen dieses Thema aufzuklären. Natürlich so das es hoffentlich jeder versteht.
Unser ganzer Körper hängt mit allem zusammen. Jedes Gewebe (Muskel-Haut-Binde-inneres Gewebe) alles spielt miteinander und muss absolut beweglich sein.
Ein einfaches Beispiel: Ihr schneidet euch in Finger. Ihr macht ein Pflaster rum und haltet den Arm in einer Stellung wo der Finger nicht so wehtut. Dadurch das ihr beispielsweise den Arm in angewinkelter Position haltet sind wiederrum die muskulären strukturen am Arm überlastet, weil sie nicht für Dauerhaltearbeit ausgelegt sind. (und ihr müsst ja den Arm dauernd so halten!!) Dadurch kriegt ihr dann eine Verspannung beispielsweise im Bizeps (weiß jeder wo der ist oder??)
Genauso ist das auch mit den Schultern und dem Hals.
Die obere Wirbelsäulemmuskulatur (Hals) ist ausgelegt für ein ständiges halten des Kopfes. (6-9Kilo!!).
Ist der Kopf aber dauernd nach vorne geneigt, weil ihr beispielsweise dauernd vor dem PC sitzt, und auf die Tastatur schauen müsst, ist die Halsmuskulatur für den Zeitraum überlastet.
Das macht ihr aber bis jetzt nichts aus. Das geht Wochen, Monate und Jahre gut. Nur irgendwann hat die Halsmuskulatur dieses Spannungsmuster (erhöhte Spannung durch ständige Überlastung) gespeichert. Somit ist die Halsmuskulatur auch in der normalen Stellung des Kopfes immer und ständig angespannt. Und genau das macht dann die Probleme.
Also nicht das einmal falsch liegen im Bett oder die Verenkung bei einer Sportart sind ausschlaggebend sondern die STÄNDIGE Überlastung der Muskulatur über Monate oder Jahre hinweg.
Es geht leider noch weiter........
Durch die ständig erhöhte Spannung können sich die Wirbel (z.B am Hals) gegenseitig verschieben. Eine Blockierung ist entstanden, unzwar entweder in den kleinen Wirbelgelenken =
(Gelenke zwischen den einzelnen Wirbeln)
oder in den Rippen-Wirbelgelenken =
(Gelenk zwischen Rippe und einem Wirbel)
je nach dem, oder auch beide.
Ihr müsst euch vorstellen, dass die gesamten Wirbel der Wirbelsäule verzahnt ist mit Muskulatur. Rechts und Links jeweils symetrisch.
Zieht jetzt z.B. die rechte Seite mehr an den Wirbeln (durch die Verspannung) verschiebt sich der Wirbel nach rechts und die Wirbelgelenke verrenken sich.
Das ist dann die typische Blockade. (Das Gefühl zu haben als ob sich hinten irgendetwas etwas einklemmt).
Als Therapie muss dann ganzheitlich am besten angesetzt werden d.h:
Geht zu einem Therapeuten der Masseur oder noch besser Physiotherapeut ist und der die Fortbildung in Manueller Therapie besitzt. Das heißt er kann PROFESSIONELL und schonend die Blockaden lösen.
Von Ärzten die Chiropraktik betreiben rate ICH (das ist meine eigene Meinung) absolut ab. Dadurch das Ärzte total überlaufen sind, legen die dich nur hin, (ohne Tasten und vorherige Untersuchung!!) und renken deine Blockaden wieder ein.
Das ist der (wie ich meine) falsche Ansatz.
Zuerst muss die Muskulatur weich gemacht werden (ihr wisst ja warum) und das kann nur ein Masseur /Physiotherapeut!!!!!!!!
Danach wird im Idealfall mit der Ausatmung (Ausatmen entspannt) die Blockade gelöst.
Und es muss nicht knacken!!! Es ist kein muss!!
Ihr müsst euch da in komische Positionen hinlegen oder setzten, aber das ist ganz normal.
Danach fühlt man sich wieder frei (und gelöst) und alles ist wieder im Griff. Bitte versichert euch das euer Therapeut entweder Physiotherapeut ist oder die Fortbildung in Manueller Therapie besitzt, dass ist immens wichtig, um keine Schäden zu verursachen!!
Warum kommt sowas immer wieder?? Warum ist das nicht dann mit einmal behoben??
Dann liegt es an euch..wenn ihr wisst das die Position z.B des Kopfes euch schadet dann ändert das bitte. Nehmt die Belastung weg, entspannt euch und geht mindestens 3mal (im Idealfall) in der Woche zum Therapeuten. denn 1-2 mal in der Woche bringen wenig bis nichts an Erfolg)
Ich hoffe ihr habt bis hier durch gehalten und ihr habt verstanden warum eine Verspannung mit ihren Folgen entsteht.
Alles Gute und bleibt locker:
Lifelines
Hiermit entziehe ich mich jeglicher Haftung und Schäden jeglicher Art. Es ist eine Anregung für EINE Form der Therapie, Jedoch entscheidet immer der behandelnde Arzt oder der Therapeut was schließlich für eine Therapie und wie oft sie zum Einsatz kommt.
Text: A. Stritt
Staatlich geprüfter Masseur und med. Bademeister
Sportphysiotherapeut
Lymphtherapeut
Rückenschulleiter
Personal Fitness Coach (Personal Training)
Aqua- Fitness Trainer
Nordic Walking Instructor






24/08/2005, 10:33
Da sitze ich hier gespannt, verspannt vor dem PC-Bildschirm, wie soll ich da locker bleiben? Mein Bildschirm steht nicht hoch genug, der Stuhl lässt sich nicht tiefer schrauben. Auf die Tasten gucken muss ich, weil ich all die Jahre nie das Zehn-Finger-Blindsystem gelernt habe (neulich hatte ich übergangsweise eine ergonomische (halbrund angeordnete) Tastatur, da bin ich aber ins Schleudern gekommen ... ich habe zugesehen, dass ich sie wieder tausche). Das Dauerproblem ist also vorprogrammiert - du hast mir hervorragend erklärt, warum! Es ist eben auch die nervliche "Programmierung", die auf Dauer entsteht ... ("das Spannungsmuster wird gespeichert, so hast du es ausgedrückt).
In letzter Zeit helfen mir ein bisschen zwei Maßnahmen: bessere Stütze im Rücken und "mentale" Entspannung (ich versuche, einfach locker an den Inhalt heranzugehen). Wichtig wäre öfter eine Pause mit Bewegung, Spaziergang zwischendurch, notfalls auf und ab in der Wohnung) - das hat mir der eine Kommentar gezeigt (es lebe der Austausch im Blog !). Und das wäre sicher auch gut für mich: ab und zu eine manuelle Therapie. Wenn du in der Nähe wärst, würde ich mich dir sofort anvertrauen ...
14/08/2005, 18:38
Du musst die Manuelle Therapie nicht selber bezahlen.
Gehe zu den halbgöttern in weiß und lass dir im idealfall ein Rezept über Manuelle Therapie ausstellen!!
du musst lediglich die Rezeptgebühr bezahlen!! Sonst nichts.
Lifelines
14/08/2005, 17:54
Sers Lifelines,
dazu fallen mir zwei Sachen ein.
Einmal die nKuK, die normale Kopf und Körperhaltung, die man beim Optiker annehmen soll, wenn man die Gläser an die Pupillen anpasst. Dabei sagen die Optiker fast immer dazu, dass man sich "anständig" hinsetzten soll. Aber ich sitze eben wie ein Schluck Wasser im Stuhl und habe den Kopf schräg nach unten geneigt. Das hat die Optiker immer zur Weisglut gebracht, bis ich ihnen erklärt habe, dass das eben meine nKuK sei und es also schwachsinnig wäre, wenn ich mich aufrecht und grade hinsetze. Dadurch wird die Prüfung und das Formen des Glases zunichte gemacht, bzw. das, was die Brille eben erzielen soll.
Der zweite Punkt ist der, dass ich das "Phänomen" sehr gut kenne. Ich sitze und saß schon immer im Büro vorm PC. Ich hatte immer die Pause genutz, um entweder ein Nickerchen zu halten oder die 30 Minuten mit einem Spaziergang zu verbringen. Da hatten sich bei mir immer die "Verspannungen gelöst, bzw. sind gar nicht erst aufgetreten, da beim gehen der Kopf eh hin und her bewegt wird.
Danke Dir auf jeden Fall für den Hinweis mit der manuellen Therapie. Wenn die Kosten nur mal von der Krankenkasse übernommen werden würden, würde ich mich wohl auch mal anständig durchkneten lassen, wobei ich die sanfte Methode bevorzuge ...
Gruss Jens